Electronic Data Interchange bezeichnet den Austausch elektronischer Geschäftsdokumente zwischen Geschäftspartnern. Dabei werden die Daten von einem Sender-Anwendungsprogramm an ein Empfänger-Anwendungsprogramm elektronisch weitergeleitet. Zum zwischenbetrieblichen Datenaustausch werden Telekommunikationseinrichtungen und Wide Area Networks (WAN) benutzt, um die Datenfernübertragung umzusetzen.
Durch die Verwendung standardisierter und normierter Protokolle zum Datenaustausch wird eine reibungslose Kommunikation zwischen den Geschäftspartnern gewährleistet.
Electronic Data Interchange findet hauptsächlich für zeitkritische Transaktionen mit hohem Routinecharakter und Datenvolumen Verwendung.

Vorteile des elektronischen Datenaustausches

Durch die Verwendung des elektronischen Datenaustausches kann der erforderliche manuelle Erfassungsaufwand für die Weiterverarbeitung von Daten vermindert werden. Außerdem lassen sich auf diese Weise Fehler bei der Eingabe vermeiden beziehungsweise zumindest reduzieren. Die automatisierte Datenaustausch ermöglicht eine Beschleunigung des Informationsflusses. Durch die Schaffung zusätzlicher temporärer Handlungsspielräume für eine bessere Disposition können Leistungsverbesserungen und Kostensenkungen erreicht werden.

EDI nach Branchen

Für Logistikunternehmen sind aufgrund ihres Einsatzbereiches und ihrer Verbreitung besonders drei Protokolltypen relevant:
(1) In der Automobilindustrie werden VDA (Verband der Automobilindustrie)- oder ODETTE (Organization for Data Exchange by Tele Transmission in Europe)-Standards zum Datenaustausch, speziell im Bereich der Auftragsabwicklung eingesetzt.
(2) Im Handel verwendet man SEDAS (Standardregelungen einheitlicher Datenaustauschsysteme)-Protokolle zur Bestellabwicklung.
(3) In verschiedenen Branchen werden EDIFACT (Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport)-Nachrichten zum Informationsaustausch, speziell zur Auftragsabwicklung eingesetzt. Mittlerweile gibt es mehr als 40 sogenannter EDIFACT-Subsets, die branchenindividuelle Spezifikationen des allgemeinen EDIFACT-Rahmens darstellen.

EDI -Beispiel

Die Einsatzmöglichkeiten und Nutzeffekte von Electronic Data Interchange können am Beispiel der Geschäftsbeziehung Spedition und Verlader gut dargestellt werden. Sofern der Spediteur vom Versender die Transportaufträge und die notwendigen Warenbegleitpapier-Informationen durch elektronischen Datenaustausch erhält, kann er die Disposition der Fahrzeuge durchführen. Um den Informationsfluss entlang der Transportkette zu erhöhen, kann der Spediteur aber auch dem Empfänger durch elektronischen Datenaustausch die Ladung ankündigen. Dabei können beispielsweise mit Warennummern etikettierte Artikel übertragen werden, die der Empfänger der Produkte schon vor Eintreffen der Waren für seine eigenen Dispositionen verwenden kann.
EDIFACT-Nachrichten können für die gesamte Geschäftsabwicklung dienen, um außer der Auftragsabwicklung die Reservierung und Abrechnung des Frachtraums mit Verkehrsbetrieben zu unterstützen.
Insbesondere für Speditionen hat die Optimierung der physischen Abläufe durch die Herstellung durchgängiger Informationsflüsse auf Basis standardisierter Protokolle für den Datenaustausch große Relevanz.